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Ein perfekter Tag mit ... Kuh!

Ein perfekter Tag … auf Kuhsafari in Holland!

Heute bin ich aufgeregt. Denn heute geht es für uns auf Kuhsafari in Holland – und ich habe wirklich keine Ahnung, wie genau das ablaufen wird. Nach einer knappen Stunde Fahrt parken wir auf dem Parkplatz eines malerischen altholländischen Gehöftes. Alte Milchkannen vor dem Eingang, nostalgische Metallschilder und knallbunt blühende Blumen heißen uns auf dem Erve Vechtdal in Varsen/Ommen willkommen. Und damit ist auch schon benannt, wo wir sind: im Vechtdal, der Region rundum den Fluss Vechte.

Kuhsafari - mit Trecker und Planwagen

Kuhsafari mit Hanomag. Na dann!

Safari? Jeep? Von wegen!

Unter einem uralten Baum vor dem Hof erwartet uns Simone Koggel, die pure rothaarige Lebensfreude, Bäuerin und unser Safari-Guide für den heutigen Tag. Und hinter ihr glänzt im Morgendunst ein nostalgischer blauer Hanomag-Trecker. Im Schlepptau? Ein knallroter Planwagen. Wenn die Safari über niederländische Flussauen führt, dann sitzt man scheinbar wirklich nicht in einem Jeep … Den Sohn freut’s sehr! „Trecker, Mama,“ ruft er und umarmt einen der erdverkrusteten großen Reifen.

Hoch auf dem roten Wagen

Simone Koggel, unser Safari-Guide

Simone Koggel, unser Safari-Guide

Simone begrüßt uns in charmantem Niederländisch-Deutsch, und wir dürfen Platz nehmen. Gemütlich ist es auf den roten Bänken im Planwagen. Ein bunter Mix aus Kindern, Eltern und Großeltern setzt sich dazu. Niederländisch, Deutsch – auch sprachlich geht es bunt durcheinander. Das Wetter hat sich noch nicht entschieden. Sonne, Wind und Wolken wechseln sich ab. Die Plane mit den großen Fensterflächen bleibt uns also an den Seiten erstmal erhalten. Nur nach vorne ist der Wagen gerade offen.

Und da schwingt sich Simone Koggel auf den breiten Treckersitz, der mit einem Kissen abgepolstert ist. Sie startet den Motor, dreht sich um und lächelt breit. Keine Frage: Die Frau mag, was sie tut. Und dann schaukeln wir los, verlassen den Hof und biegen auf einen holperigen Feldweg ein. Der Blick öffnet sich auf die Vechtdal-Wiesen und Weiden, das glitzernde Band des Flusses, das gemächlich die grüne Landschaft durchzieht, können wir schon erahnen.

Wer würde da nicht mal das Steuer übernehmen wollen?

Wer würde da nicht mal das Steuer übernehmen wollen?

Und Simone erzählt unterwegs – spricht laut, um das Knattern des Treckers zu übertönen. Circa einmal am Tag geht es für sie während der Sommermonate auf Kuhsafari in Holland. Ihr Hanomag-Trecker, Baujahr 1956, hat bisher noch immer durchgehalten. Und tut es auch heute: Mit schnaufenden Geräuschen beschleunigt der Hanomag und zieht unseren Planwagen über saftig grüne Wiesen weiter in Richtung Vechte.

„Muh!“

Nachdem wir ein Gatter passiert haben, erklingt neben mir ein begeistertes „Mama, da!“. Vincent hat sie als erster entdeckt: die „brandroten Rinder“, die sich über die hügelige, weitläufige Weide verteilen. Die altholländische Kuhrasse hält Simone Koggel nicht wegen der Milch: „Diese Rinder halten wir wegen ihres Fleisches“, erklärt sie und lenkt gekonnt mit einer Hand den Hanomag über eine Anhöhe. Ein Stück weiter bremst sie – macht uns auf ein paar Kälbchen aufmerksam, die in einem flachen Wasserloch herumtoben.

Vor allem die Kälbchen sorgen für Ah's und Oh's bei den Safariteilnehmern

Vor allem die Kälbchen sorgen für Ah’s und Oh’s bei den Safariteilnehmern

Und so geht es weiter – wir merken gar nicht, wie die Zeit verrinnt. Simone stoppt immer mal wieder und erklärt uns Besonderheiten der Tiere: „Guck mal, wie schön die Hörner da geschwungen sind … “ Sie hat auch Schautafeln dabei, die sie ab und an hochhält, um ihre Erklärungen zu untermalen. Und wir lernen … Dass ihre Herde auch eine Königin hat. Dass man an den Hörnern einer Kuh erkennen kann, ob sie schon einmal Nachwuchs geboren hat. Und vieles mehr. Ist es ihre Begeisterung? Das idyllische Erlebnis? Sind es die niedlichen Kälbchen? Könnte sein, dass heute Abend nicht nur Vincent sagt, er möchte Bauer werden. Denn Simone schafft es mit Freude und Leichtigkeit, uns die Liebe zu den Tieren und der Landschaft, in der sie Zuhause sind, zu vermitteln.

Verschnaufspause für den Hanomag

Kleiner Mensch, großer Trecker ...

Kleiner Mensch, großer Trecker …

Irgendwann unterbricht sie die Safari für eine kleine Verschnaufpause. Das Knattern des Hanomags verstummt und wir klettern aus dem Wagen. Aus einem geflochtenen Korb zaubert Simone allerlei Stärkungen für uns hervor: Mit karierten Servietten, Blümchengeschirr, Kaffee, Saft und köstlichem Rosinenstuten deckt sie den Tisch für uns. Und wir genießen – das Essen, den Ausblick, die Ruhe.

Tischlein, deck dich.

Tischlein, deck dich.

Wenn der Nachwuchs das Steuer übernimmt

Nach der gemütlichen Pause sind die Spuren unseres Picknicks schnell verschwunden, und es geht wieder rauf auf den Wagen. Eine gute Stunde später glaube ich in der Ferne schon das Gatter zu erkennen, durch das wir anfänglich gefahren sind. In dem Moment dreht Simone sich um und fragt: „Möchte einer von euch gern mal Trecker fahren?“

Berufswunsch geklärt!

Berufswunsch geklärt!

Und klar – alle Kinder wollen unbedingt einmal auf den Bock. Auch mein Sohn. Ganz unruhig wird es im Planwagen, so schwer ist es für die Kids abzuwarten, bis sie an der Reihe sind. Und dann endlich: Vincent ist dran. Simone nimmt ihn entgegen und hilft ihm auf den Bock zu klettern. Sie sitzt direkt daneben auf der Reifenabdeckung. Leider reichen Vincents Füße nicht bis an die Pedale. Simone hilft: Sie nimmt ihn auf den Schoß, bedient die Pedale, und Vincent darf lenken. Spätestens jetzt ist klar: Es braucht gar nicht so viel für einen perfekten Tag.

Weitere Infos und Impressionen zur Kuhsafari im Vechtdal finden sich hier.

Solche und weitere Ausflugstipps – grenznah und in deutscher Sprache – bündelt die Webseite www.dasandereholland.de. Hier finden sich auch viele Erlebnisblogs. Als deutschsprachige Plattform macht das andere Holland touristische Angebote in den Grenzprovinzen Gelderland und Overijssel – also den Provinzen, die von NRW und Niedersachsen aus am schnellsten erreicht sind – sichtbar.