Hollands 21 Nationalparks: De Hoge Veluwe

Eigentlich unglaublich, dass ein so kleines Land (die Niederlande passen circa acht Mal in Deutschlands Grundfläche) so viele Nationalparks hat. 21 sind es in den europäischen Niederlanden, 32, wenn man die Kolonien hinzunimmt. Heute steht uns der Sinn nach ordentlich Grün, ein bisschen Urlaubsgefühlen und jede Menge frischer Luft. Eine lange Anreise passt da nicht ins Programm. Also haben wir uns für einen Besuch in einem von Hollands 21 Nationalpark entschieden: Es geht heute in De Hoge Veluwe.

Der „wilde Westen“ in Grenznähe …

Wilde Heide färbt die Landschaft

Wer sich auf den Weg macht in den Nationalpark De Hoge Veluwe, der bekommt schon auf der Autobahn einen ersten Eindruck von der urwüchsigen heideartigen Landschaft, die ihn da erwartet. De Hoge Veluwe ist das größte privat verwaltete Naturgebiet der Niederlande: 43 Kilometer befestigte Radwege und 20 unterschiedliche Wanderstrecken schlängeln sich hindurch.

Witte fietsen, soweit das Auge reicht!

Wir fahren den Eingang bei Hoenderlo an, wo wir unsere Tageskarten lösen. Weiter geht’s in Richtung Besucherzentrum und Parkplatz, während außerhalb der Autoscheiben die Welt ein bisschen wilder wird … Nachdem wir das Auto quitt geworden sind, orientieren wir uns erstmal: links das Museum unter der Erde, das Museonder, Picknicktische in der Mitte, rechts das neue Restaurant Park Paviljoen mit Besucherzentrum und Café-Terrasse, direkt daneben ein gigantischer Abenteuerspielplatz. Und geradeaus ein Meer weißer Fahrräder: kostenfrei, in allen Größen und Formen und auch mit Kinderstühlchen auf den Gepäckträgern.

Fietsen soweit das Auge reicht. Und alle gratis.

Bevor der Filius den Abenteuerspielplatz erspähen kann, schnappen wir uns jeder ein Rad, stellen die Sattelhöhe ein und los geht’s.

Wild, wilder, Veluwe

Dichter Wald wechselt sich mit baumloser Heide ab. Immer wieder passieren wir schier unendliche Flugsandebenen. „Mama, das ist ein bisschen wie Afrika“, ruft Vincent. Und tatsächlich: Ich fühle mich ganz weit weg von Zuhause und den niederrheinischen Äckern, fast ein wenig ans andere Ende der Welt versetzt.

Wir entdecken soviel Schönes unterwegs …

Mit dem Fernglas im Anschlag machen wir auf einer kleinen Lichtung eine Pause, zwischen kleinen Sandhügeln hocken wir uns hin und versuchen leise zu sein … denn schließlich hoffen wir doch, einige Wildtiere zu sehen. Immerhin leben Rotwild, Mufflons, Wildschweine und Dachse, ja sogar Ringelnattern und Eidechsen im Park. Und dann endlich – wir hätten sie fast übersehen: Weit hinten am Horizont stieben ein paar Hirsche durchs wilde Land. Vincent ist so aufgeregt, leise sein funktioniert nicht mehr. So klein die Tiere am Horizont sind, so großartig ist ihr Anblick für uns.

Wir können unser Glück nicht fassen!

Und wieder was für die familiäre bucket-list …

Den Abstecher ins Jagdschloss Sint Hubertus, dem einstigen Landsitz der Familie Kröller-Müller, die den Nationalpark Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet hat, gönnen wir uns an einem Tag mit schlechterem Wetter. Wir lassen es rechts liegen und radeln weiter, so lange die Beine – vor allem die des jüngsten Radfahrers – treten können. Auch die Kunst von Weltrang, die mitten im Nationalpark im Kröller-Müller Museum und dem das Museum umgebenden Skulpturenpark wartet, sparen wir uns ebenfalls auf.

Abendstimmung in der Hoge Veluwe.

Stattdessen geht es nach circa fünf Stunden Erkundungstour zurück in Richtung Besucherzentrum. Wir lassen uns auf die bequemen Stühle auf der Café-Terrasse sinken, während Vincent letzte Energiereserven mobilisiert und den Abenteuerspielplatz erkundet. Fazit des Tages: Das machen wir bald mal wieder! Hollands 21 Nationalparks – wir sind sehr gespannt auf die anderen!

Viele weitere Infos zum Nationalpark De Hoge Veluwe findet ihr auf der Webseite des Nationalparks. 

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